Test-ArtUp

Künstlicher Ozeanauftrieb

Durch den Klimawandel und der damit einhergehenden Ozeanerwärmung kommt es zu einer verstärkten Schichtung nahe der Oberfläche, wodurch die Zufuhr von nährstoffreichem Tiefenwasser zur sonnendurchfluteten Oberflächenschicht verringert wird. Dies führt zu einer Verminderung der Produktivität des Ozeans, insbesondere in den niederen und mittleren Breiten (IPCC 2019). Forcierter Transport von nährstoffreichem Tiefenwasser in die Oberflächenschicht, sogenannter künstlicher Auftrieb, kann diesen Trend teilweise kompensieren. Während der Nutzen dieses Ansatzes für das marine Nahrungsnetz unbestritten ist, wird sein Potenzial zur Bindung von CO2 als vernachlässigbar angesehen. Jüngste Studien zum künstlichen Auftrieb zeigen jedoch ein weit höheres Potenzial zur CO2-Bindung als bisher angenommen.

Test-ArtUp zielt darauf ab, in einem einzigartigen transdisziplinären Ansatz den Einsatz von künstlichem Auftrieb zum Zweck der CO2-Entnahme im Hinblick auf seine technische Anwendung und Optimierung, seine Kapazität zur zusätzlichen CO2– Aufnahme und Langzeitspeicherung, die damit verbundenen Umweltrisiken und ökologischen Nebeneffekte, seine Wirtschaftlichkeit im Sinne einer Kosten-Nutzen-Abwägung sowie die rechtlichen Beschränkungen und Governance-Anforderungen zu untersuchen. Der Erkenntnistransfer erfolgt in einem bilateralen Stakeholder-Dialog, der durch eine Stakeholder- Referenzgruppe moderiert wird, sowie durch gezielte Kommunikations- und Verbreitungskanäle mit ausgewählten Zielgruppen, denen gruppenspezifische Materialien und Informationen angeboten werden. Die Ergebnisse von Test-ArtUp werden zusammengefasst, um wissensbasierte Empfehlungen für die mögliche Implementierung von künstlichem Auftrieb zur CO2-Entnahme zu geben und zur Entwicklung einer Marine Carbon Roadmap in Übereinstimmung mit den UN Zielen für nachhaltige Entwicklung beizutragen, insbesondere SDG 2 (Zero Hunger), SDG 13 (Climate Action) und SDG 14 (Life below Water).

Skizze der Projektstruktur, die die Interaktionen innerhalb des Projekts, d. h. zwischen den Arbeitspaketen und der Stakeholder-Referenzgruppe (SRG), hervorhebt und die Verknüpfungen mit anderen verwandten Projekten (linkes Feld) und relevanten gesellschaftlichen Bereichen (rechtes Feld) zeigt.

PIs

GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Prof. Ulf Riebesell (Koordinator) // Dr. Wolfgang Koeve // B.ing. Jan Hennke

PI

Fachhochschule Kiel

Prof. Kai Graf

PI

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Prof. Marie-Catherine Riekhof

PI

Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW)

Dr. Wilfried Rickels

PI

Universität Hamburg

Prof. Alexander Proelß

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung